Verdummen für den Frieden

Die neue Außenwissenschaftspolitik des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) lässt tief blicken. Denn die allgegenwärtige Wendezeit bringt eine Wissenschaftswende mit sich, deren Gewandt sich vom geläufigen Bild der Wissenschaft insofern abhebt, als sie wertebasiert sein soll und interessengeleitet, und die sich noch dazu instrumentalisieren lässt zu höheren Zwecken – also den unverhandelbaren Werten, zu denen Wissenschaftler:innen sich bekennen und ehrfürchtig aufschauen müssen; ja,...
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Und täglich grüßt die Ukraine

Angesichts der roten Gefahr, die imperial hinter den Panzerschwadronen lauert, die derzeit den Osten der Ukraine kriegsverbrecherisch einkesseln, muss auch die Wissenschaft Farbe bekennen. Allen voran das Flaggschiff internationaler Kernforschung, das CERN. Das renommierte Forschungszentrum mit Sitz in Genf hat, wohlweislich unter dem enormen Druck der Öffentlichkeit, nun endlich angekündigt, dass es die vertragliche Zusammenarbeit mit Russland und Weißrussland nicht erneuern wird. (Deren Beoba...
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Die Rolle von Expert:innen in einer Demokratie

Demokratie ist auch in der Ausnahmesituation einer Pandemie alternativlos, stellt der Verfassungsrichter a.D. Udo di Fabio unmissverständlich klar. Nur auf dem Wege einer Demokratie lasse sich das republikanische Ziel einer humanen, zivilisierten Gesellschaft verwirklichen. Aristokratien wiesen historisch immer schon eine Tendenz hin zu Oligarchien auf, die sich substanziell noch weiter ausdünnten zu autokratischen Herrschaftsformen. Autokratien aber seien letztlich getragen von Willkürentschei...
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Isolationshaft der Wissenschaft im Krieg

Den Anfang machten die Russ:innen; russische Wissenschaftler:innen, um genau zu sein. Mehrere tausend von ihnen unterzeichneten bis heute auf der Plattform trv-science.ru einen offenen Brief, der ein Ende der kriegerischen Handlungen in der Ukraine einfordert. Die Wissenschaftler:innen, darunter fast hundert Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften, sehen ausschließlich bei ihrer Nation die Verantwortung für einen Krieg, der historiosophisch herbeiphantasiert und deshalb unmöglich ...
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Das Wagnis wissenschaftlicher Kooperationen mit China

Die Europäische Kommission tut gut daran, die anvisierte Forschungskooperationen mit China auf den Prüfstand zu stellen. Genauer: sie täte gut daran. Denn statt, wie man es bei Kooperationen erwarten würde, beide Seiten zusammen auf den Prüfstand zu hieven, soll nur das chinesische Wissenschaftssystem durchleuchtet werden. Dabei könnte die Perspektive der aufgehenden Sonne durchaus erhellendes Licht auf die europäische Forschungspraxis werfen. So viel Aufklärung will man aber in Brüssel nicht w...
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Unwissenschaftliches Nachdenken über Corona

Es überrascht, überrascht außerordentlich, dass ausgerechnet auf den ausgerechnet von Albrecht Müller begründeten NachDenkSeiten, die für sich selbst beanspruchen, eine Bastion kritischen Graswurzel-Journalismus zu sein, zum Sammelbecken werden für Menschen, die derzeit Impfungen gegen den Covid19-Virus vehement ablehnen. Da wird in aktuellen Beiträgen selbst dem Deutschen Ethikrat, einer „pervertierten Institution“, deren Mitglieder „Brandstifter“ seien, die in einem „repressiven System“ „fa...
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Von der verteilten Exzellenz zur vernetzten Exzellenz

Exzellenz ist wenn alles glänzt. Das stimmt auch für die Exzellenzinitiative, selbst wenn dies so nicht intendiert war. So strahlt die deutsche Hochschullandschaft in neuem Glanz. Doch anstatt herausragender Leuchttürme, soll deren Erscheinungsbild nun doch eine Wolkenkratzerskyline prägen, indem die Etagen sämtlicher Universitäten aufgestockt werden. Das ist richtig, hätte man aber auch gleich so benennen und anpacken können. In der letzten Stunde für die Wissenschaft der Friedrich-Ebert-St...
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Bodennullpunkt des Wissens

Die Bundestagswahl hat die Wissenschaft entschieden. Dieser Satz kann so stehen bleiben, weil unklar ist, was darin Subjekt und was Objekt ist. Er kann aber auch so stehen bleiben, wenn der Satz ein neu definiertes Wissen voraussetzt und die Wissenschaft implizit an einen Neustart stellt. Das jedenfalls ist in etwa das Gedankenexperiment, dem sich, gewissermaßen als Wahlprüfstein, die Technisch-Literarische Gesellschaft (TeLi) in München unterzogen hat. Deren Vorsitzender, Wolfgang Goede, fü...
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KI-App für Demokratie-Update

„Wo dem Staat eine Entscheidungsspielraum bleibt, darf eine KI höchstens vorbereitend mitwirken“, stellt Daniela Kolbe unmissverständlich klar. Die Vorsitzende der Enquetekommission ‚Künstliche Intelligenz‘ des Deutschen Bundestages will die Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit datenbasierten Programmen, kurz Apps, tiefer in die Öffentlichkeit tragen. Datengrundlage für ihre Mission ist der 800 Seiten umfassende Kommissionsbericht. Denn genau das leistet der Bericht: ...
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Geschätztes Risiko, geschätztes Publikum

Wenn Thorsten Schmidt von der Universität Freiburg nach Beispielen sucht für das Potential Künstlicher Intelligenz, muss der Mathematiker nicht lange nachdenken: Mit einer konkurrenzlosen Trefferquote sagen programmierte Elektronengehirne die räumliche Faltung von Proteinen vorher – allein aufgrund der Aminosäuren, aus denen die Proteine zusammengesetzt sind. Es ist noch gar nicht so lange her, da haben noch antiquierte Menschen (im Rahmen der bürgerwissenschaftlichen Initiative science@home) s...
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