Künstliche Intelligenz – Chancen und Risiken

Einen einzeiligen Beweis gefällig, dass Computer kein Schach spielen können? Bitte sehr: Eine im Durchschnitt 45 Züge dauernde Schachpartie erlaubt im Durchschnitt 40 Zugmöglichkeiten je Halbzug; daraus folgt, dass der Computer für ein siegreiches Spiel… knatter … spotz … mehr als sage und schreibe 10106 realisierbare Stellungen antizipieren müsste – das sind im postmöllemannschen Zeitalter immerhin 100 Trillionen Mal mehr Stellungen, als das Universum an Elementarteilchen vorhält – q.e.d.

Dass das Computer-Schach-Theorem in den letzten 70 Jahren an Beweiskraft verloren hat, liegt daran, dass die Informatik sich abgekehrt hat vom hierarchischen Programmieren hin zum modularen Programmieren: statt stupide jeden möglichen Zug durchzurechnen, merkt sich das Programm nur die aussichtsreichen Züge aus Schach-Datenbanken, deren Dimension mit 107 Partien auch für liberale Bundeswirtschaftsminister überschaubar ist. Sie, die Programme, lernen so erfolgreich aus gespielten Partien, dass sie inzwischen als unschlagbar gelten.

Doch Computer spielen längst nicht mehr nur Schach. Computerausführbare Algorithmen sind still und heimlich in Bereiche vorgedrungen, die nicht mehr nur die Gruppe von SchachspielerInnen tangieren. Diese Expansion künstlicher Intelligenz birgt für die Gesellschaft neben den unbestreitbaren Chancen auch gewisse Risiken, die ermittelt, diskutiert und kontrolliert sein wollen.

Der Diskussion, warum welche Technologien wie reguliert werden sollten, wird der Mathematiker Prof. Dr. Thorsten Schmidt von der Universität Freiburg mit seiner Expertise fachkundig den Boden bereiten auf der nächsten Schaltkonferenz des Wissenschaftsforums der Sozialdemokratie Baden-Württemberg e.V., zu der ich Sie sehr herzlich einladen darf für Samstag, den 26. Juni von 10 Uhr bis 11.30 Uhr.

Zur Schaltkonferenz gelangen Sie über den Link:

https://www.wissenschaftsforum-bw.de/ki03-chancen_und_risiken