Wissenschaft wirksam eingeimpft

Der Turbo in der Wissenschaft kommt manchem vor wie Zeitlupe. Das mag an der Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft liegen, wo 50 Mbit/s Standard sind. So jemand verhungert, wenn er mit einer Datasette 64 kB in den Speicher eines Home Computers laden muss. Diese Drehzahl hat jedoch die Wissenschaft, und sie hat sie aus guten Gründen. Umso bemerkenswerter ist es, dass eben diese Wissenschaft schon innerhalb von rund einem Jahr einen Impfstoff gegen den Coronavirus vorlegt. Mancher sieht da die wissenschaftlichen Standards gefährdet. Die interdisziplinäre Kommission für Pandemieforschung der DFG hat nun zur Impfung zusammengestellt, was wissenschaftlich vertretbar ist.

Bezogen auf Wirkungen und Nebenwirkungen des Impfstoffs BNT162b2 der Mainzer Firma BioNTech sind zwei Punkte hervorzuheben:

  1. Der Impfstoff schützt effektiv vor einer Infektion mit dem Coronavirus durch die Produktion von Antikörpern. Ernste Nebenwirkungen sind nicht feststellbar. Das Präparat wurde bisher bei 40.000 Probanden an 20.000 Versuchsteilnehmern erprobt auf seine Verträglichkeit nach mindestens zwei Monaten. Aussagen zur Langzeitwirkung lassen sich auf dieser Datenbasis nicht machen; allerdings markiert sie eine positive Tendenz, da Impfnebenwirkungen zumeist innerhalb eines Jahres auftreten. Bei einem von hunderttausend geimpften Allergikern kam es zu schweren allergischen Reaktionen, die allesamt gut behandelt werden konnten.
  2. Es ist nicht davon auszugehen, dass SARS Covid 2so stark mutieren könnte, dass der Impfstoff nicht mehr wirkt, weil die Immunspezifität des Impfstoffes gegen Corona geringer ist als bei Impfstoffen gegen die Grippe.